Eigentlich wohnen Nicole und Steffan mit ihrer Tochter bereits in ihrer Traumwohnung: gute Lage, großzügig geschnitten, hell und modern, aber gemütlich. Damals beim Kauf haben sie sogar schon an den gewünschten Nachwuchs von zwei Kindern gedacht. Doch nun bekommt die kleine Lea bald nicht nur ein Geschwisterchen, sondern zwei – Zwillinge. Mit drei Kindern ist die Wohnung zu klein. So oder so ähnlich geht es vielen Wohneigentümern. Lebensumstände ändern sich und plötzlich ist die Wohnung oder das Haus zu klein. Hier erfahren Sie, wie Sie am besten vorgehen, wenn Sie sich nach einem größeren Eigenheim umsehen müssen.

Wie das Leben spielt

Dass die Wohnung zu klein geworden ist, ist laut Statistik der häufigste Grund für einen Umzug. Meistens ziehen Partner zusammen oder sie erwarten bereits Familienzuwachs, weshalb die bisherige Wohnfläche nicht mehr ausreicht. Doch auch der Wunsch nach einem Haustier oder eigenem Garten sind Gründe, für das Umsehen nach einem größeren Eigenheim. Manchmal ändert sich auch etwas im Berufsleben, sodass ein Arbeitsplatz zu Hause und dafür ein zusätzliches Zimmer benötigt wird. Einige dieser Veränderungen sind wohl schwerwiegender und umfangreicher als andere, sodass nicht immer gleich eine neue Immobilie gekauft werden muss. In einigen Fällen reicht es aus, den Dachboden oder Keller auszubauen oder einen zusätzlichen Raum anzubauen. Doch auch dieser Platz muss erst einmal vorhanden sein. Gerade in Wohnungen gibt es meistens keine Anbau- und Ausbaumöglichkeiten, womit die Wohnung zu klein und der Verkauf unausweichlich ist.

Werdende Eltern ziehen in größeres Haus und sitzen inmitten von Umzugskartons

Wie viel Wohnfläche braucht der Mensch

Not macht bekanntermaßen erfinderisch – Platznot auch. Klar, bei Eigentumswohnungen oder -häusern, wie im Fall von Nicole und Steffan, fällt es umso schwerer sich dafür zu entscheiden das Eigenheim zu verkaufen nur weil es eng wird. Da rückt die Familie näher zusammen, raumfressende Extras wie Klavier, Kickertisch oder Modeleisenbahn müssen dann eben raus und eigentlich braucht doch nicht jedes Kind sein eigenes Zimmer…

Das sind Kompromisse, die auf kurze Sicht funktionieren und der Mensch ist schließlich dafür bekannt, sich an alles zu gewöhnen. Doch es kann schon ein Verlust von Lebensqualität bedeuten auf kleinem Raum zu leben und je älter Kinder werden, desto mehr Wohnfläche benötigen sie. Spätestens in der Pubertät brauchen sie ihren Freiraum und ihr eigenes Refugium zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit, damit der Haussegen nicht ständig schief hängt. Rückzugsmöglichkeiten sollten aber nicht nur die Kinder haben, sondern jeder, der mit anderen Menschen zusammen wohnt. Denn jeder braucht irgendwann mal Ruhe vor anderen Menschen. In Deutschland gilt die Faustregel, dass jede Person 12- 14 m² Wohnfläche für sich haben sollte. Rechtlich gesehen sind es mindestens 10 m² pro Person.

Wann verkaufen und neu kaufen?

Wenn die Wohnung oder das Haus zu klein und der Verkauf beschlossene Sache ist, stellen sich die meisten Eigentümer vor allem eine Frage: Wann verkaufe ich mein Zuhause und wann suche ich mir ein Neues? Organisatorisch und finanziell ist das eine sehr wichtige Frage, deren Antwort für einen reibungslosen Umzug sorgt. Die Empfehlung lautet, erst eine neue Immobilie zu finden, bevor die Alte verkauft wird. Gerade im Fall von Nicole und Steffan ist dieses Vorgehen das Beste. Schließlich haben sie bereits ein Kind, mit dem Übergangslösungen schwer zu finden sind, und sowieso möchten sie ihr so viel Stress wie möglich ersparen. Wenn eine neue größere Immobilie gefunden ist, kann der Verkauf des zu kleinen Eigenheims beginnen.

Zwischen Kauf und Verkauf: Zwischenfinanzierung

Aber wovon sollen sie das neue Zuhause finanzieren? Denn die Eigenmittel der letzten Jahre stecken natürlich im Immobilienwert der Wohnung, die zu klein ist. Und der Erlös steht ihnen erst nach dem Verkauf und mit der Kaufpreis-Belegung zur Verfügung, was seine Zeit braucht. Außerdem wird der Verkaufserlös kaum den Preis des neuen Hauses decken. Hier ist eine Zwischenfinanzierung die Lösung. Dies kann ein Kredit sein, aber auch mögliche Eigenmittel wie Festgeld oder Wertpapiere. Natürlich müssen Sie zunächst alle Kosten zusammenrechnen, die mit dem Kauf der neuen Immobilie auf Sie zukommen. Dazu zählt der Nettokaufpreis, die Erwerbsnebenkosten wie Maklercourtage und Notarkosten sowie eventuell anfallende Renovierungs- und Sanierungskosten. Anschließend müssen Sie bestimmen, welche Kosten durch die Zwischenfinanzierung gedeckt werden sollen und welchen Teil Sie langfristig finanzieren wollen. Grundsätzlich gilt übrigens, dass eine Zwischenfinanzierung auch dann möglich ist, wenn Ihr altes Zuhause noch mit Schulden belastet ist.

Raus aus dem Minihaus? 3 Tipps

Abschließend sind hier unsere top 3 Tipps für den Fall, dass Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus verkaufen wollen, weil es zu klein geworden ist:

  • Beachten Sie, dass Ihnen auch langfristig höhere Nutzungskosten in einem größeren Eigenheim entstehen.
  • Bemühen Sie sich, Ihr Zuhause 10 Jahre zu behalten, bevor Sie es verkaufen. Sonst müssen Sie Spekulationssteuer zahlen.
  • Eine realistische Verkehrswertermittlung Ihrer Immobilie ist sehr wichtig, damit Sie die Finanzierung Ihres neuen Zuhauses sicher planen können.

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