Hier haben wir Geburtstage gefeiert, in der Küche zusammen gekocht und auf dem Sofa so manch gemütlichen Fernsehabend verbracht. Die Erinnerungen und Gefühle, die in jedem Raum und in jedem Quadratmeter des gemeinsamen Hauses stecken, machen die Scheidung nicht einfacher und schon gar nicht, den bevorstehenden neuen Lebensabschnitt – wieder allein zu leben. Daher möchten Ursula und Peter ihr gemeinsames Haus verkaufen. Bei Scheidung gibt es hierbei aber noch vieles zu bedenken: Weitere Gründe für einen Hausverkauf bei der Scheidung, wann der beste Zeitpunkt dafür ist und Tipps für eine möglichst konfliktfreie Abwicklung – wir geben Rat.

Weshalb ein Verkauf sinnvoll ist

Aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist der ausschlaggebende Grund, warum sich Ursula und Peter bei der Scheidung auch von ihrer gemeinsamen Immobilie trennen wollen. Denn natürlich fällt es leichter sein Leben nach einer Trennung neu zu ordnen, wenn einen die Umgebung nicht ständig an die Ehejahre erinnert. Häufig ist der Immobilienverkauf auch die Lösung mit dem geringsten Konfliktpotenzial. Denn das Haus oder die Wohnung wird an eine fremde Person verkauft und der Gewinn daraus fair geteilt. Das einstige Paar muss sich nicht darum streiten, wer nach der Scheidung im ehemaligen gemeinsamen Zuhause wohnen bleibt und wie hoch die Auszahlung des Immobilienanteils ausfällt.

Auch aus finanzieller Sicht ist ein Hausverkauf oft sehr sinnvoll. Zum einen, weil dies meistens der schnellste Weg ist, alle wirtschaftlichen Verflechtungen, die mit dem Besitz einer Immobilie einhergehen, aufzuheben. Keine Unterhaltungskosten, keine eventuell überhöhte Auszahlung bei Anteilsübertragungen und im besten Fall keine gemeinsamen Kreditkosten mehr. Die können nämlich oft durch den Verkaufserlös gedeckt werden, jedenfalls wenn einem das Haus schon länger gehört. Zum anderen teilt sich das scheidende Ehepaar auch die Verkaufskosten, die durch Gutachter, Notare und Maklerprovision entstehen. Übrigens: Nach Ende des Trennungsjahres hat jeder Partner das Recht darauf, den Hausverkauf einzuklagen, sollte es bis dahin nicht zu einer Einigung gekommen sein.

Seidung - Frau und Mann streiten um Hausanteil

Wann sollen wir verkaufen?

Wenn der Hausverkauf beschlossene Sache ist, darf sich das trennende Ehepaar zunächst einmal auf die Schulter klopfen. Denn immerhin konnte es sich auf eine Lösung einigen, was gerade in hitzigen Trennungsfällen keine Selbstverständlichkeit ist. Doch nun stellt sich die Frage, wann der beste Zeitpunkt für den Verkauf ist. Sollte die Immobilie so schnell wie möglich verkauft werden? Oder sogar erst nach der Scheidung? Der allgemeine Rat lautet: so schnell wie möglich. Schließlich kann das Geld bereits im Trennungsjahr gut gebraucht werden. Zum Beispiel als liquide Mittel für den Zugewinnausgleich. Allerdings sollte auch auf eine noch bestehende Zinsbindungsfrist vom Kredit geachtet werden. Ist diese noch nicht ausgelaufen, ist es empfehlenswert mit dem Hausverkauf noch abzuwarten. Denn für potenzielle Käufer würde das andernfalls bedeuten, dass sie in den Kreditvertrag der Verkäufer einsteigen müssten – was sehr unattraktiv ist und damit die Suche nach einem neuen Eigentümer erschwert.

Hausnutzung im Trennungsjahr

Bevor ein neuer Eigentümer des Hauses oder der Wohnung gefunden ist, vergeht in der Regel einige Zeit. In dieser Zeit können beide Ehepartner bei Bedarf noch in ihrem Zuhause wohnen bleiben. Denn eine Trennung definiert sich nicht durch die räumliche Trennung, sondern viel mehr durch eine Wirtschaftliche und Soziale. Das heißt, das Paar gilt als getrennt, sobald sie tägliche Ausgaben wie für den Einkauf voneinander trennen, nicht mehr zusammen kochen und essen und sich nicht mehr ein Bett teilen. Dies ist in erster Linie natürlich eine persönliche Entscheidung und oft nur eine Übergangslösung. Jedoch hat keiner das Recht dazu, vom anderen zu verlangen auszuziehen – es sei denn, er ist Alleineigentümer. Kommt die gemeinsame Hausnutzung nicht infrage, steht es dem ausziehenden Ehepartner zu, Miete für seinen Hausanteil zu verlangen. Denn auch wenn er ausgezogen ist und das Paar getrennt lebt, sind rechtlich gesehen immer noch beide die Eigentümer. Diese Mietzahlung heißt Nutzungsentschädigung und orientiert sich an den ortsüblichen Mieten. Weitere Informationen zum Trennungsjahr und dazu wer bei Scheidung ausziehen muss, lesen Sie unter “Scheidung: Wer zieht aus?“.

Sorgenfrei in den Immobilienverkauf starten

Nach der Einigung darüber, das gemeinsame Haus zu verkaufen und von wem es kurzfristig weiter bewohnt wird, kann das Ehepaar nun den Verkauf anstoßen. Dafür müssen sie zunächst die wichtigste Voraussetzung schriftlich festhalten: die beiderseitige Zustimmung für den Hausverkauf. Diese müssen beide Parteien nicht nur niederschreiben, sondern auch von einem Notar beurkunden lassen.

Scheindungsvertrage werden unterzeichnet

Dann wird es Zeit, den Verkaufspreis festzulegen. Wichtig bei der Scheidung ist, einen unabhängigen und neutralen Gutachter zu beauftragen. Bei der Begutachtung sollten zudem beide Ehepartner anwesend sein. Damit kann keiner hinterher vom anderen behaupten, dass der Prozess unfair und benachteiligend vonstattengegangen ist. So vermeiden sie unnötigen Streit, den es während einer emotionsgeladenen Trennungsphase deswegen geben könnte.

Daher sollten die Eheleute auch einen fremden Immobilienmakler wählen und keinen aus dem Bekannten- oder Freundeskreis. Ein unparteiischer Makler kann so auch ein Vermittler zwischen dem Ehepaar sein. Zudem nimmt ein fachkundiger Makler dem Paar sämtliche Aufgaben ab, wie das Erstellen von einem Exposé, Fotos machen und Besichtigungen durchführen. Mit Hilfe eines Maklers können Sie also einfach Ihr Haus verkaufen, die Scheidung in Ruhe regeln und schnell einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Erfahren Sie hier, wie viel Ihre Immobilie wert ist.

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